Was Ihnen Ihre Emotionen verraten
Ihre Emotionen stehen im Mittelpunkt, wenn aufdeckende Hypnoseverfahren im Spiel sind. Die Bandbreite, innerhalb derer Sie Emotionen zulassen, entscheidet über Ihre Lebensqualität.
Stellen Sie sich diese Bandbreite mit Hilfe eines Pendels vor. Ein Pendel, das nur schwach in die eine Richtung ausschlägt, schwingt genauso schwach in die Gegenrichtung. Therapie setzt an dieser Stelle an. Meist sind es die angeblich negativen Gefühle, die nur begrenzt zugelassen werden. Das Ergebnis sind ebenso schwache positive Gefühle.
Menschen mit schweren Depressionen oder einer Borderline-Störung kennen das Gefühl der Gefühllosigkeit oder inneren Leere. Das kann so quälend sein, dass sie sich selbst verletzen, um etwas zu spüren, nämlich den Schmerz, der ihnen zeigt, daß sie noch leben. Menschen mit überschießenden Gefühlen leiden ebenso, nämlich wenn das Gefühl gar nicht mehr enden will oder wenn sie unkontrolliert gewalttätig werden.
Welche Gefühle angemessen sind und warum Sie sie unbedingt zulassen sollten
Das sind die sogenannten primären Gefühle. Angemessen heißt, dass die Gefühle zur Situation, in der sie auftauchen, passen. Angemessene Gefühle stellen eine gesunde Reaktion auf einen Reiz dar.
Beispiel
Ein Freund schlägt in Ihrer Gegenwart seinen Sohn ins Gesicht. Sie sind erzürnt. Der gerechtfertigte Zorn hilft Ihnen zu handeln, nämlich einzuschreiten, indem Sie Ihren Freund zur Rede stellen statt wegzuschauen.
Woran Sie angemessene Gefühle erkennen
Primäre/angemessene Gefühle sind zeitlich begrenzt. Sie zeigen einen ganz bestimmten Ablauf. Ein Auslöser lässt das Gefühl aufkommen und ansteigen. Hat das Gefühl seinen Höhepunkt erreicht, flaut es wieder ab. Sie plagen sich nicht länger damit herum. Das Gefühl erleben Sie mit offenen Augen.
Beispiel
Nachdem Sie Ihren Freund auf den Vorfall angesprochen haben, können Sie sich ihm wieder ganz normal zuwenden.
Menschen, die ihre primären Gefühle ausleben, sind mit sich und der Welt im Reinen. Primäre Gefühle stärken uns, ermöglichen uns einen zufriedenstellenden Kontakt zu anderen.
An welchen Gefühlen Sie auf jeden Fall etwas ändern sollten und warum
Das sind die sekundären Gefühle. Sie sind unangemessen, dauern unverhältnismäßig lange. Auslöser und Intensität des Gefühls passen scheinbar nicht zusammen. Sekundäre Gefühle haben ihre Ursachen in der Vergangenheit, tauchen auf, wenn Sie von Erinnerungen überwältigt werden. Sie machen in Ihrer aktuellen Lebenssituation keinen Sinn, halten dennoch an, sind chronisch. Diese Gefühle haben meist keinen konkreten Anfang und nehmen auch kein Ende.
Beispiel
Ein Mensch leidet unter Existenzangst. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass er eine gute Qualifikation und einen Arbeitsplatz hat. Der/die Partner/in arbeitet ebenfalls. Die beiden haben Ersparnisse. Sollten sie arbeitslos werden, wären sie bereit dort hinzuziehen, wo es Arbeit gibt. Bei der Befragung stellt sich heraus, dass die Person in der Vergangenheit schon so manche Krise erfolgreich gemeistert hat.
Ist die Existenzangst begründet? Nein. Dennoch bewirken rationale Argumente in solchen Fällen nichts. Hier lohnt sich Ursachenforschung.
Fazit
primäre Gefühle: angemessen, zeitlich begrenzt, stärkend
sekundäre Gefühle: unangemessen, chronisch, schwächend