Hypnosepraxis Ute Neehoff

 

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Gesunde Ernährung = gesunder Mensch?

Was es mir brachte, Unmassen Grünzeug und andere gesunde Dinge in mich reinzustopfen - Ansichten einer Ex-Rohköstlerin

Für Nicht-Eingeweihte: ein Rohköstler isst vorzugsweise rohes Obst und Gemüse. Je nach persönlichen Ambitionen und Anhängerschaft stehen auch wilde Kräuter auf dem Speiseplan. Bei den „Instinktos“ gibt es auch rohes Fleisch und Eier. Ihr Instinkt verrät ihnen, was sie brauchen.

Instinktos bin ich nie begegnet. Wie eine Kuh gegrast habe ich schon :) Ich wollte kein Weichei sein und machte den ultimativen Selbst-Test, indem ich meinen Verdauungstrakt nicht nur mit rohem Obst und Gemüse, sondern auch mit rohen Wildkräutern beglückte. Im Winter griff ich frei nach dem Erfinder der Urkost, Franz Konz, auf Brombeerblätter und tatsächlich auch auf Gras zurück. Wenigstens konnte ich schon immer am meisten über mich selber lachen. Für mich galt: die Hoffnung stirbt zuletzt – und ich hielt durch.

Mein Körper konnte bald nicht mehr lachen. Ihm fehlten die sieben Mägen einer Kuh, und so fanden meine Därme das Ganze wenig amüsant. Meine Verdauungsbeschwerden, die ich kurieren wollte, nahmen eher zu als ab. Warum ich fast zwei Jahre durchgehalten habe? Ich dachte, es wäre vielleicht wie in der Naturheilkunde, wo es oft kontraproduktiv ist, zu früh aufzugeben. Dem war nicht so – trotz Einhaltung aller Regeln, mit denen ich Sie nicht langweilen will. Irgendwann war mein Gedärm von der rohen, darin gärenden schwerverdaulichen Nahrung so aufgebläht, dass er einer Kugel glich, die ich, obwohl ich sonst eher dünn war, tarnen mußte.

Mein Körper weigerte sich schlicht und ergreifend, die ach so gesunde Kost in ausreichendem Maß in Energie umzuwandeln. Nach zwei Jahren veganer roher Ernährung war ich kaum mehr in der Lage, eine halbe Stunde zu joggen. Ein weiterer Nachteil bestand für mich in dem ständigen Motivationsproblem, mit dem auch viele Gleichgesinnte zu tun hatten. Rohköstler treffen sich gern in Gruppen und verreisen gemeinsam, um sich gegenseitig zum Durchhalten zu ermuntern. Dabei kreisen die Gesprächsthemen überwiegend ums Essen: wie ernähre ich mich auf Arbeit, im Urlaub, wenn ich eingeladen werde und so weiter und so fort.

Wenn einem die Kritikfähigkeit nicht völlig abhanden gekommen ist, merkt man irgendwann, dass sich ein viel zu großer Teil des Lebens um das Essen dreht. Die anfangs beobachteten Fortschritte in Richtung besserer Gesundheit haben sich relativiert und/oder man hat jetzt andere Gesundheitsprobleme. Ein großes Problem im Winter: man friert logischerweise mehr als andere. Es sei denn – man ist von Natur aus der Typ für diese Ernährungsform. Ich bin es nicht. Erkenntnisse aus dem Ayurveda haben mir die Augen geöffnet.

Ernährungsumstellung wird viel zu oft als ultimativer Problemlöser verkauft. Das funktioniert nicht. Vor allem funktioniert es nicht,

  • wenn körperliche Probleme beseitigt werden sollen, hinter denen seelische stecken. Welches seelische Problem, sollte individuell geklärt werden. Ich halte nichts von Vereinheitlichungen nach dem Motto:

Du hast Verdauungsprobleme? Also, was willst/kannst Du nicht verdauen? oder

Du kannst schlecht sehen? Was willst Du nicht sehen oder

Du bist zu dick? Wovor willst Du Dich schützen?

Das kann helfen, kann aber Betroffene auch entmutigen, weil es in ihrem Fall nicht passt oder weil ihnen partout nichts dazu einfällt und sinnlose Schuldgefühle aufkeimen.

  • wenn die neue Lebensweise unterbewusst boykottiert wird, weil im Unterbewusstsein unbemerkt vom Verstand ein ganz anderes Programm läuft. Ich staune immer wieder, wie viele Menschen einen inneren Saboteur haben oder einen Persönlichkeitsanteil, der nicht will, dass es ihnen gut geht. Unterbewusst sehnt sich so ein Rohköstler vielleicht immer noch nach Mamas schmackhaftem Brei, der ihm als Kind ein Gefühl von Behaglichkeit und Zufriedenheit vermittelt hat … während er sich mit kaltem Zeug bestraft.

Meine Ansicht zu einer gesunden Ernährung

Ich selber ernähre mich heute nach dem Motto von Winston Churchill: „Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Selbstverständlich darf das Gute gesund sein.

Viele wertvolle Hinweise habe ich aus dem Ayurveda übernommen, z.B. den Ansatz, sich typgerecht zu ernähren. Da ich von Natur aus schnell friere und nun mal keine Verdauung wie eine Kuh habe, bevorzuge ich warme leichtverdauliche Nahrung. Was nützt das gesunde Essen, wenn es der Körper nicht verwerten kann? Ich experimentiere immer wieder mal mit Nahrungsergänzungsmitteln.

Früher habe ich das Heil in einer gesunden Ernährung gesucht. Heute finde ich es mehr und mehr, indem ich regelmäßig meine eigenen Lebensthemen aufarbeite.

Mein Vorschlag für Menschen, die abnehmen oder sich gesünder ernähren wollen:

seelisch belastende Themen aufarbeiten

eine individuell passende Ernährungsform finden, die Sie stressfrei (Einkauf, Zubereitung) in Ihren Alltag integrieren können